Mit dem Glasbodenboot zum Korallenriff von Hurghada

Mit dem Glasbodenboot zum Korallenriff von Hurghada

Wie in Hotels üblich liegen die Prospekte der Reiseveranstalter schon im Zimmer bereit um den Gästen ein außergewöhnliches Abenteuer zu versprechen. Da wir mit Kind in Ägypten nicht viel außerhalb der Hotenanlage herumfahren wollten, kamen die meisten Angebote für uns nicht in Frage. Mit dem Glasbodenboot zum Korallenriff von Hurghada raus zu fahren hatte dann aber doch unser Interesse geweckt.

Schon auf Kos in Griechenland haben wir eine Fahrt mit einem Glasbodenboot mitgemacht. In unserem Beitrag Ausflug nach Kos-City haben wir davon berichtet, dass sich die Fahrt nicht lohnte. Man sah hauptsächlich aufgewirbelten Sand, vereinzelte Fische, die mit Futter angelockt wurden und versenkte Panzersperren. Wir hatten die Hoffnung, dass es in Hurghada schöner aussehen wird, da vor Hurghadas Hafen ein Korallenriff liegt. So buchten wir unsere Fahrt direkt im Hotel und wurden mit einem Shuttle zum Hafen gefahren.

Erste Ernüchterung

Die Fahrt zum Glasbodenboot zum Hafen von Hurghada war sehr abenteuerlich. Der Bus war so klapprig das wir dachten, das er bei jedem Schlagloch auseinander fallen würde. Sicher fühlten wir uns dabei wirklich nicht, doch wir kamen zum Glück lebend an.

Moschee in der Nähe des Hafens von Hurghada
Auf dem Weg zum Hafen von Hurghada

Zweite Ernüchterung

Am Hafen angekommen standen wir mit zwei anderen großen Reisegruppen ernüchtert vor dem Glasbodenboot. Aus Erfahrung wussten wir, dass eine chinesische Reisegruppe alles andere als eine entspannte Atmosphäre mit sich bringt. Und das Klischee bestätigte sich mal wieder. Ständig wurden Selfies gemacht und quirlig durchs Boot gelaufen um die besten Fotomotive zu finden. Soweit ok. Dann erblickte eine Frauengruppe den ahnungslosen Rick. Sein in ihren Augen exotisches Aussehen machte die Frauen ganz versessen darauf ihn zu fotografieren. Schamlos versuchte sich eine der Frauen Rick auf ihren Schoß zu ziehen. Rick und ich waren so verdutzt über dieses eigenartige Verhalten, dass wir erstmal völlig perplex waren. Rick wehrte sich weiterhin und die Frauen ließen nicht locker. Ich rettete Rick auf meinen Schoß und im nächsten Moment hatten wir eine Traube chinesischer Frauen hinter uns mit Selfie Sticks. Und klick sind wir irgendwo im chineschen Facebook gelandet. Gruselig. Einfach gruselig.

Frau und Kind blicken auf das Rote Meer.

Die dritte Ernüchterung

Wir sahen zwar viele Fische und sogar zwei Stachelrochen durchs Meer gleiten, aber so farbenfroh wie im Prospekt sah Hurghadas Unterwasserlandschaft leider nicht aus. Ein Taucher bespaßte uns kurzzeitig indem er Fische mit Futter anlockte.

Taucher mit Fischen

Die vierte Ernüchterung

Im Hotel bekamen wir ein Merkblatt, mit dem man gewarnt wird, keine Korallen abzubrechen. Das machte den Eindruck, dass auf die dortigen Lebewesen tatsächlich Rücksicht genommen wird. Leider wurden wir auch in dieser Hinsicht desillusioniert. Die Glasbodenboote sämtlicher Veranstalter rammten die Korallenbänke und warfen ihre Anker achtlos auf den Meeresgrund. Uns wurde schlecht.

Korallen im Roten Meer vor Hurghada.
Korallen in Hurghada

Die fünfte Ernüchterung

Man hatte die Gelegenheit ins warme Meer zu springen und zu schnorcheln. Auch das erwies sich als Luftnummer, da die Strömung zu stark ist um irgendwo hinzuschwimmen.

Fische im Roten Meer vor Hurghada.

Fazit

So nett wie das ganze aufgezogen wird, es ist einfach zu teuer für das was man am Ende tatsächlich geboten bekommt. Und Korallen zu beschädigen von denen die Bootsbetreiber im Endeffekt leben geht gar nicht. Unterstützt sowas nicht. Geht lieber in das Hurghada Grand Aquarium. Da kann man deutlich besser Fische anschauen.

Hafen von Hurghada.

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